FUGATUS

Flüchtlingsgovernance und Wissenstransfer

Kooperation von Stadtverwaltungen mit Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft

Das Projekt FUGATUS analysiert das Flüchtlingsmanagement der öffentlichen Verwaltung und untersucht Innovationen, Netzwerke sowie Kooperationen, die sich zwischen Verwaltung, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt haben.

FUGATUS-Team: Prof. Dr. Michael W. Bauer, Prof. Dr. Rahel Schomaker, Prof. Dr. Constanze Janda, Jana Otto, M.A., Veronika Ruf, M.A.

Wir haben uns sehr über die große Beteiligung an unserer Online-Umfrage gefreut. Gegenwärtig werten wir die bundesweite Befragung aus und sind dabei, erste Ergebnisse zu erarbeiten.

Im Zuge einiger globaler Konflikte sind zahlreiche Menschen nach Deutschland geflüchtet. Um diesen Entwicklungen gerecht zu werden, bedarf es eines gelungenen, kommunalen Flüchtlingsmanagements. Hier knüpft das Projekt FUGATUS an: Die Versorgung und Integration von Geflüchteten stellen den öffentlichen Sektor vor große Herausforderungen. Um diesen gerecht zu werden, muss sich die Verwaltung innovieren und in vielen Bereichen umdenken.

Die Verwaltung kann die Aufgabe der Integration nur schwer alleine meistern. Die Zivilgesellschaft, im Besonderen ehrenamtliche Helfer, haben hierbei eine unentbehrliche Bedeutung. Daher liegt das Augenmerk des Projektes auf der Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und unterschiedlichen Verwaltungseinheiten.

FUGATUS lenkt den Blick zudem auf die Prozesse innerhalb der Verwaltung: So werden die institutionellen und prozessualen Veränderungen von Netzwerken und Kooperationen zwischen Verwaltung, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft analysiert. Es wird untersucht, wie die Kooperationen entstanden sind und welche Praktiken sich bewährt haben. Daneben soll das Transferpotenzial sozialer Innovationen analysiert und Erkenntnisse daraus zur Verfügung gestellt werden.

 

  • offen strukturierte Experteninterviews
  • ein darauf aufbauendes Onlinesurvey
  • detaillierte Fallanalysen in den Partnerkommunen

Praxispartner von FUGATUS sind das Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt (AMKA), die Stadtverwaltung Speyer sowie die Stadtverwaltung Viernheim. Gemeinsam mit den Praxispartnern wird der Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft geplant und umgesetzt.

Da im Rahmen des Projekts der Transfer zwischen Gesellschaft und Wissenschaft eine wichtige Rolle spielt, ist die Einbindung der Praxispartner von hoher Bedeutung. Hierfür sind Praktikerworkshops und Innovation-Labs geplant. Diese Veranstaltungen sollen die Möglichkeit geben, sich auszutauschen, sowie innovative Herangehensweisen und bewährte Methoden anderer Kommunen kennenzulernen. Der Verlauf des Projekt stellt sich wie folgt dar:

 

  • Literaturanalyse und Informationsgenerierung durch Praxispartner
  • Durchführung von semi-strukturierten Interviews
  • Entwicklung eines Surveydesigns
  • 1. Lab-Event
  • Durchführung des Surveys und komparative Analyse bestehender Konzepte
  • Bewertung der Konzepte und Veränderungen
  • Durchführung detaillierter Fallanalysen in den Partnerkommunen
  • 2. Lab-Event
  • Analyse der Praktiken und Strukturen
  • Evaluation und Publikation der Ergebnisse

FUGATUS ist ein Teilprojekt des Projektes zum „Wissens- und Ideentransfer für Innovationen in der öffentlichen Verwaltung (WITI)“ der Deutschen Universität für Verwaltungs­wissenschaften Speyer im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ und wird durch das BMBF und die GWK seit Januar 2018 gefördert. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Mehrwert für Wissenschaft und Praxis

Mit der Schaffung eines aktiven Forums zum Austausch der Praxispartner untereinander in Bezug auf bewährte Praktiken in den Kommunen, geht ihre dauerhafte Vernetzung – auch über die drei Jahre der Projektlaufzeit hinaus – einher. Von den umfangreichen Erkenntnissen der Arbeit des FUGATUS-Projekts können dabei auch Dritte profitieren. Von Bedeutung in diesem Zusammenhang sind dabei nicht zuletzt die Ergebnisse der Lab-Events und Fallanalysen. Daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen dienen nicht nur der kommunalen Ebene als Leitfaden zur Ausrichtung ihrer Arbeit, sondern bieten zudem Gelegenheit zu weiterer wissenschaftlicher Beschäftigung.

 

Alle Informationen finden Sie auch kompakt zusammengefasst im FUGATUS Infoblatt

Praktiker-Workshop am 19.02.2019 in Heidelberg

Am Dienstag, den 19. Februar 2019 hat das FUGATUS-Team in Kooperation mit dem Projekt Transfer Together der Pädagogischen Hochschule Heidelberg einen Workshop in den neuen Räumlichkeiten des Transfer Together-Projekts durchgeführt. Zum Thema „Wissensmanagement in der Integrationsbegleitung von Geflüchteten“ fanden sich 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ehrenamt und kommunaler Praxis ein, um von 10:00 bis 17:00 Uhr Neues zu lernen, Bekanntes zu festigen und spannende Fragen zum Wissensmanagement zu diskutieren.

Der Referent Professor Jürgen Stember (Hochschule Harz) erörterte Theorie, Aufgaben und Ziele des Wissensmanagements. Zudem wurden methodische Grundlagen erarbeitet und Möglichkeiten zur Nutzung von Wissensmanagementmodulen im Alltag der Workshopteilnehmenden erörtert. In kleinen Gruppen wurden von den Teilnehmenden konkrete Handlungsfelder erarbeitet. Professorin Rahel Schomaker, Veronika Ruf und Jana Pöhler (FUGATUS-Team) begleiteten den Workshop und moderierten die Gruppen.

Bei einem zweiten Workshop am 25.06.2019 im neuen Innovationslabor des WITI-Projekts werden die Erkenntnisse zum Wissensmanagement weiter vertieft. Informationen zur Anmeldung finden sich auf der WITI-Homepage.

Erstes Lab-Event am 25.06.2019 an der Universität Speyer

 Am 25. Juni 2019 fand das erste Lab-Event im Rahmen des WITI-Teilprojekt FUGATUS an der Universität Speyer statt. Wie beim vorhergehenden Praktiker-Workshop in Heidelberg fand das Lab-Event in Kooperation mit dem Projekt Transfer Together der Pädagogischen Hochschule Heidelberg statt. Es haben Teilnehmende aus unterschiedlichen Einrichtungen, die mit Geflüchteten arbeiten, teilgenommen. Die Mischung aus Mitarbeitenden von Stadtverwaltungen, Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen führte zu spannenden Gesprächen und einem regen Austausch.

 

 

 

 

Nach einem kurzen Rückblick zum Praktiker-Workshop „Wissensmanagement in der Integrationsbegleitung von Geflüchteten“ und einem interaktiven Erfahrungsaustausch zum Einsatz von Wissensmanagement, folgte ein Impulsvortrag von Adrian Krzeminski (Referent der Metropolregion Rhein Neckar GmbH) zum „praktischen Prozessmanagement“. Anschließend haben die Teilnehmenden bei vier Thementischen im Rahmen eines World Cafés erarbeitet, wie Wissen für die Weitergabe zusammengestellt werden kann. Zudem haben sie Methoden, Standardprozesse und digitale Hilfen des Wissensmanagements kennengelernt.

Praktiker-Workshop im AMKA am 12.12.19

 

Am Donnerstag, 12. Dezember 2019 fand ein Praktiker-Workshop im Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt im Rahmen des FUGATUS-Projekts statt. Nach einer innovativen Vorstellungsrunde stellten Professor Bauer und Jana Pöhler die Fortschritte des FUGATUS-Projekts vor.

Schwerpunkt des Workshops war der inhaltliche Input von Dr. Markus Engler, Migrationsforscher und Berater aus Berlin. Thema war “Aktive Flüchtlingsaufnahmepolitiken – Ziele, Zahlen, Programme und Akteure”. Zu Beginn ging Herr Engler auf den Hintergrund des globalen Flüchtlingsschutzes ein. Obwohl die Flüchtlingszahlen weltweit steigen, ist die Zahl der Migranten im Anteil der ebenfalls steigenden Weltbevölkerung mit 3,3 % relativ konstant. Die Aufnahme ist jedoch ungleich verteilt und es gibt kaum dauerhafte Lösungen – die meisten Geflüchteten leben in prekären Situationen. Der Großteil der aktuellen Migration nach Deutschland findet aus EU-Staaten statt.

Es gibt im Gegensatz zum Asylrecht keine rechtliche verpflichtende Aufnahme über aktiven Flüchtlingsaufnahmepolitiken. Staaten können freiwillig Geflüchtete aufnehmen über verschiedene Programme, z. B. Resettlement (dauerhafter Schutz von besonders schutzbedürftigen Geflüchteten) oder temporäre humanitäre Aufnahmeprogramme. Kommunen sind hier nicht im Fokus, da sich die Aufnahmepolitiken primär über die einzelnen Staaten oder auch Bundesländer abspielt. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten für Kommunen, Interesse an Aufnahmen zu melden.

Die Teilnehmenden stellten einige Fragen zum Vortrag. Im Anschluss fand eine angeregte Diskussion über die Rolle Frankfurts in diesem Bereich statt. Hier befruchtete der diverse Arbeits-Hintergrund der Teilnehmenden das Gespräch besonders. Kommunen können sich auch in anderen Bereichen stärker einsetzen, beispielsweise für Geflüchtete, die schon in Deutschland leben. Frankfurt als multikulturelle Stadt mit hohem Migrantenanteil hat Kapazitäten geschaffen, besonders auch für vulnerable Gruppen Unterstützung zu leisten. Diese könnten weiter ausgebaut werden, bis die Bereitschaft zur Teilnahme an humanitären Aufnahmeprogrammen gewachsen ist.

Die Gespräche wurden auch noch während des anschließenden Caterings weitergeführt.