Town & Gown

Optimierung der Kooperation von Stadtverwaltungen mit regionalen Wissenschaftseinrichtungen

Das Town & Gown-Team

Prof. Dr. Michael Hölscher, Dr. Editha Marquardt, Gordon Folger, Selina Weidmann

Kurzbeschreibung von Town & Gown

Wissenschaftseinrichtungen sind auf ihr regionales Umfeld angewiesen und prägen es gleichzeitig massiv mit. Eine gelingende Kooperation von Wissenschaftseinrichtungen und Städten ist in der Wissensgesellschaft zentral, aufgrund unterschiedlicher strategischer und rechtlicher Planungshorizonte aber nicht immer einfach.

Das fünfjährige Projekt „Town & Gown“ soll deshalb unter Rückgriff auf aktuelle Forschungen und an ausgewählten Beispielen helfen, die Zusammenarbeit von Stadtverwaltungen mit ihren Wissenschaftseinrichtungen zu verbessern. Den theoretischen Referenzrahmen bildet der Triple- bzw. Quadruple-Helixansatz (Etzkowitz & Leydesdorff; Carayannis & Campbell).

Konkret erfolgt dazu die Zusammenarbeit mit regionalen Kooperationspartnern wie der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP), der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN), der Stadt Heidelberg, dem Reallabor Urban Office der Universität Heidelberg und zahlreichen weiteren Akteuren. Ausgehend von dieser regionalen Perspektive, deren Ziel der Aufbau und die Optimierung von Kapazitäten für den wechselseitigen Ideen- und Wissenstransfer ist, sollen Praxisempfehlungen für den breiteren Transfer erarbeitet werden.

Eine gelingende Kooperation von Wissenschaftseinrichtungen und Städten ist in der Wissensgesellschaft zentral, aufgrund unterschiedlicher strategischer und rechtlicher Planungshorizonte aber nicht immer einfach.

Unterstützung der Stadtverwaltung und Wissenschaftseinrichtungen bei Aufbau und Optimierung von Kapazitäten für den wechselseitigen Ideen- und Wissenstransfer. Konkret erfolgt dazu die Zusammenarbeit mit regionalen Kooperationspartnern, insbesondere in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Ausgehend von dieser regionalen Perspektive sollen Praxisempfehlungen für den breiteren Transfer erarbeitet werden.

Generelle Frage:
Wie kann man die Zusammenarbeit von Wissenschaftseinrichtungen und ihrer Stadt(verwaltung) verbessern?

Konkrete Forschungsfragen:
• Welche Anreize haben die einzelnen kommunalen Akteure in der Stadtverwaltung und der Wissenschaftseinrichtungen stärker zu kooperieren?
• Mit welchen Verfahren, Techniken, Mechanismen kann man die Zusammenarbeit positiv beeinflussen?
• Welche Vor- und Nachteile bringt die Zusammenarbeit für die Stadtverwaltung und für die Wissenschaftseinrichtungen?

Triple- (bzw. Quadruple-) Helix (Etzkowitz und Leydesdorff) und Wissensgesellschaft

Town & Gown wird durch die Förderinitiative „Innovative Hochschule“ von 2018 bis 2022 gefördert.

Projektfokus

(Inter)national - Analyse und Erfahrungstransfer

Wir werden den aktuellen nationalen und internationalen Forschungsstand zu Kooperationen von Stadtverwaltungen mit ihren Wissenschaftseinrichtungen aufarbeiten und mit der Praxis verschiedener good- und bad-practice-Beispiele abgleichen. So werden die Grundlagen für einen erfolgreichen Erfahrungstransfer gelegt und die wissenschaftliche und verwaltungspraktische Anschlussfähigkeit sichergestellt.

 

Forschung zu Kooperationen zwischen Stadt und Wissenschaft

Forschung zu Kooperationen zwischen Stadt und Wissenschaft

Das Team vom Teilprojekt Town & Gown hat im Sommer 2020 im Rahmen einer breitangelegten wissenschaftlichen Umfrage die Stadtverwaltungen in 90 deutschen Universitätsstädten zur Zusammenarbeit von Stadt und lokalen Wissenschaftseinrichtungen befragt. Im Mittelpunkt dieser Umfrage standen die Organisation und Struktur der Zusammenarbeit sowie die Themen, die hierbei eine Rolle spielten.

Außerdem wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg eine qualitative Recherche in 41 Städten durchgeführt, schwerpunktmäßig in Baden-Württemberg, Exzellenzstädten, Wissenschaftsstädten und mittleren Großstädten. Hieraus ergaben sich insgesamt 131 Wissenskooperationen zwischen Stadtverwaltungen und Wissenschaftseinrichtungen. Diese Wissenskooperationen sind je nach Stadt unterschiedlich aufgestellt und unterscheiden sich nach Organisationsform, einbezogenen Akteuren und Konzepten.

Gerhard, U. / Marquardt, E. (2020): Kartenset zu Wissenskooperationen in 41 deutschen Städten. Online: https://www.geog.uni-heidelberg.de/md/chemgeo/geog/hca/kartenspiel_komplett.pdf

Gerhard, U. /Marquardt, E. (2020): Spielplan zum Kartenset. Online: https://www.geog.uni-heidelberg.de/md/chemgeo/geog/hca/spielplan.pdf

Regional - Workshopreihe "Hochschule und Standort"

In unserer zweijährigen Workshopreihe „Hochschule und Standort“ stellen wir gemeinsam mit der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. an ausgewählten rheinland-pfälzischen Hochschulstandorten die Frage: Wie und in welchen Feldern können Stadt, Hochschule und Wirtschaft ihre Zusammenarbeit intensivieren?

In regionalen Workshops wollen wir dazu die Vertreterinnen und Vertreter der Städte und ihrer Hochschulen zusammen führen und diese ins Gespräch bringen. Wir möchten gemeinsam mit der ZIRP Impulsgeber sein und Hochschulen als Orte der Innovation für Verwaltung und Wirtschaft stärken. Nach der Kick-off Veranstaltung im Oktober 2017 in Kaiserslautern, soll die Arbeit in den vertiefenden Workshops vor Ort in Strategien und Maßnahmen münden, mit denen die Akteure aus Verwaltung und Hochschule in Zukunft konkret weiter arbeiten können. Die Ergebnisse werden zudem wissenschaftlich evaluiert und in einer Abschlusspublikation am Ende der Workshopreihe zusammenfassend dargestellt.

Protokolle und Ergebnisse der regionalen Workshops finden Sie folgend.

Ansprechpartnerin: Dr. Editha Marquardt

Workshop „Kommen, um zu bleiben“ in Trier (10.01.2020)

Wie kann es gelingen, den Standort Trier besser nach außen sichtbar zu machen und seine Stärken herauszustellen? Wie lassen sich junge Leute und Unternehmen an die Region binden? Diesen Fragen gingen rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Stadtverwaltung, Hochschule, Universität und regionaler Wirtschaft beim Workshop im Projekt „Hochschule und Hochschulstandort“ nach. Getragen wird das Projekt seit 2018 gemeinsam von Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. und Deutscher Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer. Nach Pirmasens und Koblenz ist Trier der dritte Standort, an dem die Zusammenarbeit von Hochschulen und Hochschulstandort beispielhaft gecheckt und gemeinsame Strategien erarbeitet werden.

Dazu wurde parallel an den zwei Themen Alleinstellungsmerkmal für Trier und Entwicklung des Digital Hub Region Trier gearbeitet. Um das Ziel „Kommen, um zu bleiben“ zu verfolgen, bedarf es einer gemeinsame Strategie von Stadt, Hochschule und Universität sowie regionaler Wirtschaft. Dafür gilt es, die Stärken und Potentiale des Standorts Trier und seiner Akteure herauszuarbeiten, um das eigene Profil zu stärken und so eine zukunftsfähige „Marke“ Trier zu entwickeln.

Einen wichtigen Baustein hierfür kann der noch junge „Digital Hub Region Trier“ kann hierfür bilden. Er soll zum Knotenpunkt für Digitales in der Region werden und Impulse für die Entwicklung der Stadt geben. Die Idee des Hubs, die Gründerinnen und Gründer sowie etablierte Unternehmen sollen stärker vernetzt werden. Um den Hub in der ehemaligen Jägerkaserne für junge, kreative Köpfe interessant zu machen, wurde die Möglichkeit weiterer, zentralerer Standorte diskutiert, etwa mit Räumlichkeiten an der Universität und der Hochschule. Ebenso wurden Ideen entwickelt für eine schlagkräftige Kommunikationsstrategie, Events und ein breites Angebot an Serviceleistungen für Gründungsinteressierte und Unternehmen.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe freute sich über das große Engagement der Beteiligten: „Dieser Workshop zeigt einmal mehr, dass wir in Trier ein starkes Netzwerk haben. Wir werden den Digital Hub gemeinsam weiter voranbringen, als Ort für Innovation und Zukunftsvision, denn beides brauchen wir am Standort Trier.“

Dem pflichtete der Vorstandsvorsitzende des Digital Hub Region Trier Werner Schwarz, Chief Digital Officer bei der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co.KG, bei: „Unser Hub kann ein Entfaltungsraum werden, in dem sich die Entwicklung der Stadt zum Standort für Kreativität und Innovation mit besonderer Lebensqualität und internationalem Austausch verwirklicht.“

Impressionen und Hintergrundinformationen zum Workshop

Folgeworkshop Koblenz (17.05.2019) zu „MINT-Region“

Der Folgeworkshop „MINT-Region Koblenz“ befasste sich mit der Konkretisierung der Ergebnisse des vorherigen Workshops am 09.11.2018 in Koblenz. Hierfür wurden auf dem Workshop Good-Practice Beispiele aus Trier und Bad-Mergentheim aufgezeigt und ihr Anwendungspotenzial für Koblenz diskutiert. In einem zweiten Schritt wurden dann mithilfe einer Abstimmung vor Ort drei zu priorisierende Projekte identifiziert, bearbeitet und die Ergebnisse anschließend zusammengetragen.

In den einzelnen Projekten wurden jeweils die Ziele, die Struktur, der Inhalt, die Prozessorganisation und die Maßnahmen zur Umsetzung diskutiert und zusammengetragen. Es wurden die Projekte „Einrichtung eines Maker-Space/Fab-Lab“, „Ausweitung der Kinder Technik-Feriencamps“ und „Schulische und außerschulische Lernorte (BNE)“ identifiziert und die Ergebnisse der Gruppendiskussion dem Plenum vorgestellt. Zusammenfassend hob Frau PD Dr. Theis Scholz drei wesentliche Ergebnisse der Diskussion hervor: Die MINT-Bildung sollte unter einem Dach gebündelt werden, eine aktive Beteiligung aller MINT-Akteure an der Weiterentwicklung der MINT-Region sollte gewährleistet sein und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit hinsichtlich der Sichtbarkeit und Bekanntheit der MINT-Angebote in der Region sollte weiter vorangetrieben werden.

 

Weitere Informationen

Workshop Koblenz (09.11.2018) zu „MINT-Region“ und „Koblenzer Wochen der Demokratie“

Gemeinsam mit den Schlüsselakteuren aus der Region wurden anhand der Themen „MINT-Region“ und „Koblenzer Wochen der Demokratie“ ganz konkrete Maßnahmen für eine bessere Sichtbarkeit der Wissenschaftseinrichtungen in der Stadt erarbeitet.

Der hochkarätig besetzte Workshop in Koblenz zeigte: Die Vernetzung der Hochschullandschaft mit der Stadt gelingt in beiden Bereichen bereits gut. Einige Herausforderungen lassen sich jedoch identifizieren. So gibt es beispielsweise eine Vielzahl an Angeboten im MINT-Bereich, eine zentrale Anlaufstelle für eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Projekten fehlt allerdings noch. Zudem konnte im Workshop zusätzlicher Input für die Bewerbung der Stadt Koblenz um den Titel „MINT-Region Rheinland-Pfalz“ erarbeitet werden. Für die Koblenzer Wochen der Demokratie wurde der Ausbau der Social Media-Aktivitäten, insbesondere durch Rekrutierung eines Influencers, in Erwägung gezogen und hierfür schon ein konkretes Szenario entwickelt, um eine breitere Zielgruppe erreichen zu können.

Weitere Informationen und Ergebnisse

Workshop Pirmasens zu „Stadtentwicklung“, „Junge Stadt“ und „Profilschärfung“

Der Fokus des Workshops lag auf den mit den zentralen Akteuren aus Stadtverwaltung und Wissenschaftseinrichtungen vorab definierten Themenfeldern „Stadtentwicklung“, „Junge Stadt“ und „Profilschärfung“. Startend mit einer SWOT-Analyse, mit der die Stärken und Schwächen der drei Themenfelder ermittelt wurden, erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in darauf aufbauenden Panels Zielvorstellungen, Strategien und Maßnahmen.

Im März 2019, fast genau ein Jahr nach dem Workshop, besuchte Town & Gown und ZIRP erneut Pirmasens für einen gemeinsamen Austausch mit den wichtigsten Akteuren über die bisherige Entwicklung.

Weitere Informationen und Ergebnisse

 

Lokal - Umsetzungsprojekt „Masterplan Neuenheimer Feld“ (Heidelberg)

Die städtebauliche Entwicklung des Neuenheimer Felds, das den Campus der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg umfasst, ist von herausragender Bedeutung für Heidelberg als Wissenschaftsstandort. Seit 2017 arbeiten Stadt Heidelberg, Universität Heidelberg und das Land Baden-Württemberg zusammen, um einen Masterplan für die Zukunft des Campus zu erstellen. Dazu findet ein breit angelegter Beteiligungsprozess statt. Dazu gibt es groß angelegte öffentliche Veranstaltungen, die der Information sowie der Meinungsbildung dienen und Möglichkeiten zum Feedback bieten. Eine beratende Funktion hat das Forum. Es umfasst 82 Mitglieder und bringt Akteure aus den auf dem Campus angesiedelten Institutionen, BürgerInnen aus den vier angrenzenden Stadtteilen mit Naturschutzverbänden, Gärtnervereinigungen, VertreterInnen der Projektträger, ZufallsbürgerInnen und VertreterInnen der Stadtpolitik zusammen.

Das Projekt Town & Gown begleitet den Masterplanprozess. Dazu nahmen WissenschaftlerInnen an Gremiensitzungen teil, führten Interviews mit Forumsmitgliedern durch und beobachteten die öffentlichen Veranstaltungen. Dieser Prozess wird gemeinsam gesteuert durch regelmäßige Treffen der Lenkungsgruppe aus Stadtplanungsamt und Amt für Stadtentwicklung und Statistik, IBA, Reallabor der Universität Heidelberg und Town & Gown der Universität Speyer. Gemeinsam organisierten Town & Gown und die Stadt Heidelberg ein interaktives Angebot für Studierende und UniversitätsmitarbeiterInnen in der Campus-Mensa.

Ansprechpartnerin: Dr. Editha Marquardt

Begleitforschung Masterplanprozess

Ergebnisse aus Begleitforschung zum Heidelberger Masterplanprozess Im Neuenheimer Feld

Das „Forum“ ist ein wichtiges Beteiligungsinstrument beim Masterplanprozess Im Neuenheimer Feld, in welchem VertreterInnen aus Campuseinrichtungen, Projektträger, BürgerInnen der angrenzenden Stadtteile, NutzerInnen des Campus, PolitikerInnen, Verbände und Interessensgruppen miteinander ins Gespräch kommen können und gemeinsam an Ergebnissen arbeiten.

Um das Forum als Beteiligungsformat besser kennenzulernen und weiterentwickeln zu können, führte das Team vom Teilprojekt Town & Gown im Sommer 2019 qualitative Interviews mit Forumsmitgliedern. Die Ergebnisse wurden Ende Mai 2020 in der Sitzung des Steuerungskreises zum Masterplan Im Neuenheimer Feld vorgestellt und stießen dort auf großes Interesse.